Die Lage muss genau beobachtet werden

Allgemein

SPD-Kreistagsfraktion besucht Leiter des Gesundheitsamts Dr. Heribert Stich

Wie wichtig gut ausgestattete und finanzierte Gesundheitsämter sind, hat sich in diesem Jahr gezeigt. Grund genug für die Kreistagsfraktion der SPD im Landkreis Landshut, den Leiter des Gesundheitsamts Priv.-Doz. Dr. Dr. Dr. Heribert Stich zu besuchen und sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. „Im Frühjahr wurden wir von der Pandemie, den beschlossenen Maßnahmen und den steigenden Krankheitszahlen nahezu überrollt“, so Dr. Stich. Sowohl bei den internen Abläufen im Gesundheitsamt, bei der Kommunikation mit den Ministerien, bei der Datenerfassung und bei der Personalausstattung wurde auf Sicht gefahren, ausprobiert, verbessert und dazu gelernt. „Mittlerweile haben wir aber mehr Personal bekommen und auch Arbeitsprozesse und Routinen entwickelt“, berichtete er den SPD-Kreisräten. Die beiden Bürgermeister Peter Forstner (Neufahrn) und Sibylle Entwistle (Vilsbiburg) interessierten sich für die künftige Vorgehensweise bei Erreichen bestimmter Inzidenz-Zahlen. „Hier müssen wir dazu kommen, passgenaue Quarantäne-Regelungen und gegebenenfalls auch Lockdowns zu entwickeln“, forderte Fraktionsvorsitzender Peter Forstner. Im Moment werden täglich 150 Abstriche durch das Gesundheitsamt direkt vorgenommen und in der neu eingerichteten Nachverfolgungsstelle arbeiten rund 20 Personen im sogenannten „Contact-Tracing-Team“.

Die Corona-Pandemie habe aber auch deutlich gemacht, dass der öffentliche Gesundheitsdienst dringend reformiert und zukunftsorientierter aufgestellt werden müsse, machte Dr. Stich den Kreisräten klar: „Ziel müssten multiprofessionelle Teams sein, die aus Medizinern, Epidemologen, Mikrobiologen, Gesundheitspflegern und Fachleuten aus dem Public-Health-Bereich bestehen, um Wissen zu bündeln“. Diesen Gedanken will die Landtagsabgeordnete Ruth Müller in die parlamentarische Debatte einbringen. Zudem habe die BayernSPD-Landtagsfraktion die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, den Gesundheitsämtern die durch die Corona-Pandemie entstandenen Mehrkosten zu erstatten. Denn aktuell sind die Kosten der staatlichen Gesundheitsämter für die Katastrophenschutzbewältigung ausdrücklich von der Kostenerstattung ausgenommen. „Wir können froh sein über unsere funktionierende kommunale Daseinsvorsorge“, bedankte sich stellvertretender Landrat Sebastian Hutzenthaler im Namen der SPD-Kreistagsfraktion bei Dr. Heribert Stich und seinen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit in diesem Jahr. Gemeinsam hoffe man, dass sich das Virus in den nächsten Wochen nicht wieder so ausbreite wie Anfang des Jahres.

 

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